Nordperu

…ist der helle Wahnsinn. Ein beeindruckender Landstrich, rauh, trostlos und doch unglaublich schoen.
Ich habe eine Nacht in Mancora geschlafen, das ist wie Montanita eine Stadt in der sich alles um surfen dreht. Es gibt viele Bars, Oh-My-God-Amerikaner aber keine gescheiten Wellen. Dann bin ich nach Lobitos gefahren, den Tip habe ich von zwei ziemlich coolen Argentiniern in Montanita bekommen. Alles was ich wusste war, dass man dort uebernachten und wahrscheinlich auch ein Surfbrett mieten kann. Und dass die Welle gut ist. Aus dem Bus hab ich ein paar Fotos von der Wuestenlandschaft und den Oelpumpen gemacht.

Ich bin dann sehr spaet Abends in Lobitos angekommen und der Taxifahrer hat mich direkt vor einer Unterkunft rausgeworfen. Die sollte sich am naechsten Tag als perfekte Wahl erweisen. Denn ich habe bei Noemia, Darwin und Miguelito gewohnt, einer kleinen Familie die mich wunderbar freundlich aufgenommen hat. Ich habe mit den dreien zusammen gewohnt, gegessen und gesurft. Ausserdem hat dort noch Jeronimo gewohnt, ein Uruguayer der sein Geld mit dem Verkauf von Honig seiner 200 Bienenvoelker (vor allem nach Deutschland) verdient. Im Winter arbeiten die Bienen nicht, deshalb macht er jetzt zwei Monate Surfurlaub in Peru.

Jedenfalls war es total geil, direkt bei den Einheimischen zu wohnen und mal richtig Kontakt zu haben. Ausserdem liegt das Haus direkt an einem tollen Surfspot wie ich beim morgendlichen Spaziergang rausgefunden hab.

Ich beim traegen Takeoff. Immerhin an der richtigen Stelle!

Darwin hat Spass

Lobitos ist ein winziges Dorf, ist gibt etwa 50 bewohnte Haeuser. Bewohnt sage ich, weil es noch etwa 50 Ruinen gibt. Ich hab gelesen, dass das Dorf urspruenglich eine amerikanische Kaserne war, die dort zum Schutz gegen einen deutschen Angriff gebaut wurde. Nachdem in den Fuenfzigern klar war, dass Deutschland auf absehbare Zeit keinen Schaden mehr im Pazifikraum anrichten wuerde hat das US-Militaer die Kaserne aufgegeben und das peruanische hat sie genutzt. Wofuer eigentlich weiss hier keiner, und auch heute noch wirkt der eine Soldat, den man am Tor (das immer offen steht) sieht vollkommen ueberfluessig. Das peruanische Militaer hat die Gebaeude der Amerikaner offensichtlich vollkommen verfallen lassen, oder sogar Baumaterial dort geklaut. Deshalb ist die Haelfte von Lobitos heute eine Geisterstadt. Durch diese Gegend zu wandern war ein absolut einmaliges Erlebnis! Du gehst durch die staubige Strasse, vorbei an verlassenen Haeuserblocks, der Wind heult, die Sonne brennt, und ueber Dir kreisen die Geier (kein Witz).

Mittlerweile habe ich die traumhafte Stille, den immerwehenden Wind und die staubige Trockenheit verlassen und habe mich auf den Weg nach Sueden gemacht. Das musste sein, weil ich in Lima mit Thomas verabredet bin. Ich bin also stundenlang die Panamericana (oder Highway No.1) nach Sueden gefahren und jetzt in Huanchaco bei trujillo. Noch 500 km bis Lima! Wer will kann ja mal bei wikipedia Panamericana eingeben, allein die Zahlen hauen einen um.

Am Sonntag nach dem Finale tret ich wahrscheinlich die Weiterreise an, um einige Tage Vorsprung vor Thomas zu haben. Ich freu mich drauf, wieder zu zweit zu reisen, das wird so genial! Die Reisedramaturgie war ideal gewaehlt, wir haben das Beste noch vor uns. Egal welche Seite man sich in den Buechern ueber Peru und Bolivien ansieht, man liest nur Superlative. Ich platze vor Tatendrang!

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