Bevor wir uns auf den Weg gemacht haben hatten wir noch eine grandiose Mountainbiketour in Huaraz. Wir waren uns hinterher einig, dass der obere Teil von dem Trail zu den besten Strecken gehoert die wir bisher gefahren sind. Nur der obere Teil, weil wir uns anschliessend verirrt haben und statt den schoenen Trail weiter zu fahren durch einen Steilhang abgestiegen sind. Gibt es was sinnloseres als ein Fahrrad auf den Schultern den Berg runter zu tragen?
Egal, wir hatten grossen Spass, keine Reifenpannen und haben an dem Abend eeeeecht gut geschlafen…
Ausserdem haben wir uns noch irgendwelche Ruinen angeschaut, deren Name mir grade nicht einfaellt. Die sind angeblich 3000 Jahre alt, und unter Ihnen gibt es jede Menge Tunnel. Die sind auch begehbar und so waren wir vermutlich mehr Zeit unter als uber der Erde.
Dann sind wir in den Bus nach Lima gehuepft und von dort weiter nach Arequipa gefahren. Auf der Strecke war ausnahmsweise mal kein Kuestennebel und wir konnten das ganze Ausmass der Wueste sehen. Was fuer eine digitale Landschaft: An der Kueste Wueste, dann irrsinnig hohe Berge, dann feuchtheisser Regenwald.
Bevor man Arequipa erreicht faehrt man durch eine leblose Mondlandschaft:
In Arequipa angekommen haben wir uns erstmal auf die Plaza de Armas in die Sonne gesetzt und ein leckeres Eis gefuttert, den Leuten zugeschaut und den lieben Gott en guden Mann sein lassen.
Arequipa hat eine sehr schoene Altstadt mit unglaublich vielen Kirchen. Ausserdem gibt es ein riesiges Kloster, das wir uns angesehen haben. Dadurch dass man beim Bau im Wesentlichen eine grosse Mauer um ein bestehendes Stadtviertel gebaut hat und das Kloster 300 Jahre lang fuer die Oeffentlichkeit geschlossen war wurde das Viertel quasi konserviert und hat sich kaum veraendert. Viele Gassen sind gerade mal zwei Meter breit, alles ist aus einem hellen Vulkanstein gebaut und rechte Winkel gibt es nicht. Das wirkt total schoen, man fuehlt sich fast ein bisschen in der Zeit zurueckversetzt.
Dann haben wir uns zum Colca-Canyon aufgemacht, dem zweittiefsten Canyon der Welt. Sinnlose Ranglisten. Der Fluss ist jedenfalls etwa 1300 Meter unter dem Fotografen:

Im Bus haben wir noch John aus den USA aufgegabelt, der wirkte so hilflos.
Unten wartete eine Oase auf uns:
Der Aufstieg war eine Tortur fuer Thomas, weil er dort unten ploetzlich Fieber bekommen hat und generell die Power gefehlt hat. Gluecklicherweise haben wir es geschafft und die Probleme sind auch nicht wiedergekommen. Am naechsten Tag haben wir bei Cruz del Condor vorbeigeschaut, einem Beobachtungspunkt fuer Kondore die dort nisten.
Ich weiss nicht ob das jemand nachvollziehen kann der selbst nichts mit Segelfliegen am Hut hat, aber fuer mich sind das die bisher schoensten Bilder der ganzen Reise. Als die Kondore so muehelos ueber uns weggeglitten sind war er sofort wieder da: der Zauber den nur antriebsloser Flug ausueben kann. Als die Kollegen tief unter uns angefangen haben Baerte auszukurbeln und nur Sekunden spaeter weit ueber uns gekreist sind hatte ich zum ersten Mal seit ganz, ganz langer Zeit wieder riesige Lust ein Modellflugzeug ueber so eine Klippe zu schmeissen. Wenn ich heimkomm werd ich sicher die Brocken fertig bauen, die im Keller liegen.
Nach dem Egogefasel noch ein bisschen wissenswertes ueber Kondore: die sind bis 3,20 Meter gross, wiegen bis 11 Kg und gehoeren zu den Geiern. Sie fressen Aas, koennen aber auch ein Schaf schlagen. Sie sind sich ein Leben lang treu, legen immer nur ein einziges Ei und lassen sich gelegentlich bis in Hoehen ueber 5000 Meter tragen.
Am gleichen Tag haben wir uns noch in den Bus nach Cuzco begeben, wo wir jetzt gerade unseren Trip nach Machu Picchu vorbereiten. Cuzco ist auch sehr schoen, ich hab mal ein Bild von irgendeiner Plaza gemacht:
Vielleicht noch ein Wort dazu wie es mir geht, weil ich das sehr oft gefragt werde: ich geniesse die Zeit hier, mit Thomas ist auch irgendwie neuer Schwung in die ganze Sache gekommen. Man haengt viel weniger faul in den Seilen wenn man zu zweit ist, einfach weil sich nun zwei Koepfe staendig neuen Unfug ausdenken den man anstellen koennte.
Aber es gibt auch einen Haufen Dinge die ich vermisse und auf die ich mich freue wenn ich heimkomme. Zum Beispiel ist da Musik: ich habe keinen MP3-Player oder sowas mit und deshalb hoer ich die Musik, die hier gerade laeuft. Oft ist das Andenfolklore, die nach einer Weile ziemlich langweilig wird. Aber neulich sind wir in nem Schuppen gelandet der gute Musik gespielt hat, da hab ich ne neue Lieblingsband gefunden. Matisyahu. Check das!
Gibts eigentlich in Deutschland einen Sommerhit? Lasst mal was hoeren.











Hi Michi,
wenn ich die Charts in DE richtig verfolgt habe ist der aktuelle Sommerhit http://www.youtube.com/watch?v=uwIGZLjugKA oder aber http://www.youtube.com/watch?v=_-zmVXDS1Ls&feature=related. Dann kannst Du Dir aussuchen, was Dir besser gefällt. Es ist schon interessant mitzuerleben wie Entzug neue Wertschätzung für Selbstverständlichkeiten schafft. Genießt weiter Euren Urlaub in einer anderen Zeit – unsere reale Welt holt Euch schnell genug wieder ein.
Viele Grüße
Babba
UUAAAAAAHHHHH!!!!!
Da verlaesst man mal kurz das Land und schon kommt Kid Rock in die Charts? Was sind denn das fuer Zustaende!?!
Fuer die Fans von diesem Lied:
Wie auch immer, Du triffst den Nagel auf den Kopf: Entzug erzeugt Wertschaetzung. Ich habe hier mehr ueber Deutschland gelernt als ueber die Laender die ich bereist habe.
Hola Michael, qué tal? He leído cosas de Espana. „Chiki-chiki“ es la canción de este verano 2008. Espana entera baila y canta a ritmo de „Chiki-chiki“. El video de la canción, interpretada por Rodolfo Chikilicuatre (argentino) que puede verse en You Tube, ya ha recibido más de 30 millones de visitas. Conoces? A la espera du tu pronta respuesta hasta la próxima Mama