Wir sind raus.

Aus dem Hochland. Diese Zeilen schreibe ich in Santa Cruz, genau 145 Meter ueber dem Meer. Aber tausende Kilometer davon weg. Santa Cruz liegt im Bolivianischen Tiefland, umgeben von immergruenem Regenwald. Es ist 9 Uhr abends und ich schwitze. Wie gut das tut. Nach sechs Wochen in denen wir kaum einen Tag unter 3000 Meter waren. Nach sechs Wochen ohne Heizung, Isolierung und mit nur einer oder zwei Duschen, die wirklich warm waren. Fuer mich ungefaehr eine Woche zu lang, seit La Paz hab ich ziemlich viel genoergelt. Aber Thomas` zweiter Vorname ist innere Ruhe, wir haben uns zum Glueck nicht in die Haare gekriegt.

Von La Paz sind wir nach Uyuni gefahren, dort befindet sich der groesste Salzsee der Welt. Soweit Du kucken kannst nur weiss! Wenn Du kucken kannst, denn die Augen muessen sich erstmal an die gleissende Helligkeit gewoehnen. Eine extrem vorsichtige ueberschlaegige Rechnung ergibt, dass hier mindestens 30 Milliarden Kubikmeter Salz lagern muessen. Und mittendrin einige Inseln aus Vulkangestein, bewachsen mit zahllosen meterhohen Kakteen. Ich habe noch nie etwas skurrileres gesehen. (Obwohl, der Emo-Bolivianer der mir heute mit einem Tokio-Hotel T-Shirt entgegenkam ist auch ein heisser Anwaerter auf diesen Titel. Ueberhaupt ist es merkwuerdig, welche deutschen Bands man im Ausland kennt: Scorpions, Modern Talking, Tokio Hotel, Rammstein, aber zum Beispiel keine Beatsteaks)

Dann sind wir nach Potosi gefahren und wollten Dynamit kaufen. Die Verkaeuferin im Minen-Bedarfs-Laden hat es uns auch in die Hand gegeben, aber dann doch so ein bisschen verschaemt darauf hingewiesen dass sie uns das eigentlich nicht verkaufen soll. Also haben wir eben nichts in die Luft gejagt sondern sind weitergefahren ueber Sucre nach Santa Cruz. Hier haben wir in ein ganz schickes Hostel eingecheckt und vertreiben uns die Zeit mit leckerem Obst, gemuetlichen Haengematten und zwei Tukanen, die im Innenhof des Hauses wohnen. Fuer Papaya machen die alles.

Ich halte mich ausserdem noch mit Arztbesuchen auf Trab. Ich habe mir beim Aussteigen aus nem Bus wahrscheinlich wieder das Aussenband gerissen. Da es hier keine Plastikschienen gibt und ich keinen Gips will werde ich die restlichen 2 Wochen nur mit einer Mullbinde drum herumlaufen, und dann zu Hause meine alte Plastikschiene reaktivieren. Unsere Reiseplanung beeinflusst das Ganze nicht mehr, da wir eh nur noch auf einem Boot im Pantanal rumschippern und dann bei Tante Resi und Onkel Peter ausspannen werden. Schmerzen hab ich auch kaum, es muss sich also niemand Sorgen um mich machen. Vor fuenf Monaten waer das bloeder gewesen…

Bilder gibts irgendwannmal, weil ich vergessen habe die Kamera mit ins Internetcafe zu nehmen…

Gruesse in die Heimat, ich freu mich schon drauf euch alle wiederzusehen!

edit: Thomas´ dritter Vorname ist uebrigens Magenverstimmung, deshalb ist er im Hostel geblieben und ich melde mich nochmal. Die versprochenen Fotos:

4 Responses

  1. hey du weltenbummler,
    hab mich schon lange nimmer gemeldet ,doch ich dacht anlässlich des jahrestages unsere begegung =P ( von do an ist wiedermal af-festival in aschaffenburg) wir werden leider erst am sam hinfahren und über nacht bleiben , auf dem champing platz am mainparksee, mal schaun wies wird. wünsch dir noch ganz viel freude an dem was du noch vor hast und gute besserung für dein bein.
    meld dich wenn du wieder da bist

    liebe grüße
    ann-kathrin

  2. Hallo Michael,
    schön, dass Ihr wieder in der Zivilisation seid. Ja, die restliche Urlaubszeit wird jetzt schnell vergehen. Wann trefft Ihr Euch wo mit Onkel Peter? Ich wünsche Euch auf jeden Fall noch eine schöne Zeit im Pantanal. Grüsse aus Hergershausen, auch von den 2 Omas.

  3. Hey ho! Norgeln (ja das kannst du ;) ), skurrilere Gestalten, Magenverstimmung, gerissene Bänder? Dafür klingst du aber gut gelaunt, freut mich dass euch zwei Tukane so bei Laune halten können :) … Für alles Gute Besserung und noch ein entspanntes Dasein!
    Lieben Gruß Katharina

  4. Hallo Michael und Thomas,
    gibt es noch einen Eintrag zum Ende der Reise? Es interessiert doch bestimmt, wie die letzte Woche der 6 Monate in Südamerika verläuft.
    Grüsse und bis nächste Woche
    Erna

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